Harnblasenkarzinom

Informationen zum Thema „Harnblasenkarzinom“

 Das Harnblasenkarzinom ist ein Tumor in der Harnblase, der häufig bei älteren Menschen vorkommt, und vor allem Männer betrifft. Bei knapp unter 5% aller Männer, und 2% aller Frauen, wird im Laufe des Lebens Blasenkrebs festgestellt, und das Durchschnittsalter bei der Diagnose beträgt ca. 70 Jahre.

Symptome beim Harnblasenkarzinom

Das erste Anzeichen von Blasenkrebs ist zumeist Blut im Urin, oder Hämaturie. Dies kann entweder mit dem bloßen Auge sichtbar sein, oder bei einer mikroskopischen Untersuchung des Urins festgestellt werden. Die Hämaturie ist meist schmerzfrei, allerdings können auch Schmerzen beim Harnlassen, vermehrter Harndrang oder vermeintlicher Harndrang Symptome von Blasenkrebs sein. Dabei ist zu beachten, dass keines dieser Symptome spezifisch für diese Art von Krebs ist, sondern auch bei Prostatainfektionen, Harnwegsentzündungen oder Nierenkrebs auftreten können.

Diagnose beim Harnblasenkarzinom

Bei der Diagnose werden unterschiedliche Methoden eingesetzt. Zuerst erfolgt meist eine Ultraschalluntersuchung, aber auch Untersuchung von abgestoßenen Zellen und Proteinen im Urin und Computertomographie werden häufig verwendet. Für eine definitive Diagnose wird im allgemeinen eine Blasenspiegelung mit Biopsie angeordnet.

Arten des Harnblasenkarzinoms

Beim Harnblasenkarzinom wird im allgemeinen zwischen zwei Hauptgruppen unterschieden:
Nicht-muskelinvasive Arten des Blasenkrebs befinden sich im Urothel, den Zellen, die die Harnblase auskleiden, und im daruntergelegenen Bindegewebe (Klassifikation T1 und darunter). Diese Art des Krebs kommt bei ca. 70% aller Patienten vor, und hat eine gute Prognose.
Muskelinvasive Stufen mit Klassifikation T2 und höher sind seltener aber gefährlicher. In diesem Stadium hat der Krebs das die Harnblase umgebende Muskelgewebe erreicht, und es besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit von Metastasen.

Behandlung beim Harnblasenkarzinom

Die Behandlung beim Harnblasenkarzinom hängt von der Einstufung ab.
Die nicht-invasive Form von Harnblasenkarzinom wird meist durch einen endoskopischen Eingriff entfernt, der oft mit Chemotherapie kombiniert wird. Darüber hinaus wird oft der Bacillus Calmette-Guérin (BCG), ein attenuiertes (nicht-infektiöses) Tuberkulosebakterium, eingesetzt, das das Immunsystem stimuliert, Krebszellen anzugreifen.
Bei der muskelinvasiven Form wird zumeist die Harnblase radikal entfernt. Bei der Operation müssen aufgrund der Wahrscheinlichkeit vom Krebsbefall umgebender Organe diese oft mit entfernt werden, z.B. die Prostata oder die Gebärmutter. Chemotherapie wird auch hier eingesetzt. Auch Strahlenbehandlung kann zur Anwendung kommen. Diese hat den Vorteil, dass die Harnblase mit ihrer Funktion erhalten bleibt.

Ursachen eines Harnblasenkarzinoms

Die Hauptursache für das Harnblasenkarzinom ist Rauchen, und ungefähr 50% aller Harnblasenkarzinome werden durch Tabakrauch verursacht. Darüberhinaus kann Kontakt mit krebserregenden Chemikalien, wie z.B. 2-Naphthylamin, Tumore in der Blase verursachen, und etwa 25% aller Fälle sind auf berufsbedingten Kontakt mit Chemikalien zurückzuführen. Weitere, weniger häufige Ursachen sind Strahlenbehandlungen in der Beckengegend, chronische Entzündung, z.B. durch Blasensteine und chronische Harnwegsinfekte, und Parasiten wie Schistosoma.
Die Ungleichverteilung des Blasenkrebs zwischen Männern und Frauen ist vor allen Dingen auf die Ursachen (Rauchen und berufsbedingte Erkrankungen) zurückzuführen.

Prognose beim Harnblasenkarzinom

Die Prognose hängt von der Einstufung des Krebs ab. Während die häufigere, nicht-invasive Variante eine gute Prognose  von mehr als 80% Überlebenden fünf Jahre nach der Diagnose hat, sinken die Überlebenschancen bei der invasiven Variante mit dem Grad der Invasion und der Klassifikation des Tumors. Zu beachten ist auch, dass die nicht-invasive Variante bei ca. 10% aller Patienten trotz Entfernung zu Rückfällen führt.