Fluorouracil, ein Zytostatikum

 Fluorouracil

Fluorouracil oder auch 5-Fluoruracil ist ein Zytostatikum und wird zur chemotherapeutischen Behandlung von colorektalen Karzinomen (Dickdarmkrebs) und teilweise auch bei Mammakarzinomen (Brustkrebs) verwendet. Es hemmt das Zellwachstum, indem es in der Tumorzelle eine falsche RNA-Synthese induziert und somit die Zellteilung verhindert.

Verwendung von Fluorouracil

Fluorouracil ist Bestandteil von Therapieschemata, wo es gemeinsam mit anderen Wirkstoffen in einer genau definierten Dosierung und Abfolge eingesetzt wird. Da sich die Substanzen gegenseitig in ihrer Wirksamkeit verstärken, wird ein besserer Therapieerfolg erzielt als bei Einzelverabreichung. Die Infusionen erfolgen im 14-tägigen Rhythmus und dauern 12 Zyklen lang an.
Außerdem ist Fluorouracil als Vorstufe in der Arznei Capecitabin enthalten. Es wird durch das Enzym Thymidinphosphorylase, das in besonders hoher Konzentration in entartetem Gewebe vorliegt, in seine aktive Form gebracht. Dadurch ist der Wirkmechanismus gezielter ausgerichtet und es entstehen weniger Nebenwirkungen. Das Präparat wird von den Patienten im Allgemeinen besser vertragen, dennoch sind Nebenwirkungen nicht auszuschließen. Capecitabin wird 2x täglich nach den Mahlzeiten oral eingenommen, je nach Dosis müssen drei bis sieben Tabletten geschluckt werden. Bei zu schweren negativen Begleiterscheinungen wird die Therapie angepasst oder abgebrochen.   

Nebenwirkungen der Therapie mit Fluorouracil

Da Fluorouracil ein Zytostatikum ist, sind auch gesunde Zellen von seiner Wirkung betroffen. Obwohl Tumorzellen eine geringere Reparationsfähigkeit aufweisen und somit anfälliger sind, werden leider auch normale, schnell wachsende Epithelzellen geschädigt. Dazu zählen Haarwurzelzellen, ebenso wie Schleimhautzellen des Mundes und des Magen-Darm-Trakts. Dies ist der Grund für die schweren Nebenwirkungen bei der Chemotherapie. Haarausfall, Übelkeit und Hautläsionen zählen zu den Häufigsten, bei Langzeitgaben ist auch eine Schädigung des Gehirns nicht auszuschließen. Des Weiteren kommt es bei fast allen chemotherapeutischen Maßnahmen zu einer Verminderung der roten und weißen Blutkörperchen, da auch Knochenmarkszellen in ihrer Funktion beeinträchtigt werden.