5-fu weitere Infos

Karzinombehandlung mit 5-fu (Fluorouracil)

Fluorouracil wurde bereits unter dem Reiter „Fluorouracil“ beschrieben, hier finden Sie nochmals zusätzliche Informationen, da Fluorouracil auch oft nur unter dem Begriff 5-fu bekannt ist. Die Abkürzung 5-fu steht für 5-Fluorouracil, einem  Arzneistoff für die Behandlung von Karzinomen. Als  Zytostatikum wird 5-fu im Körper als falsche Base in die DNS eingebaut und stört den Zellzyklus, verhindert, dass sich Tumorzellen verbreiten und teilen.
Bereits seit den 50er Jahren ist Fluorouracil als Zytostatikum bekannt. Nachdem es im Bereich der Chemotherapie zunächst als kurze Infusion verabreicht wurde, konnte in den 80er Jahren durch eine 24 bzw. 48stündige Infusion in Kombination mit der Folinsäure eine gesteigerte Wirkung mit geringeren Nebenwirkungen festgestellt werden. Weitere Studien führten in den 90er Jahren zur Zulassung neuer Krebsmedikamente aus Fluorouracil und Irinotecan sowie Fluorouracil und Oxalipatin, mit denen bei vielen Patienten deutliche Tumorverkleinerungen und Verlängerungen des rückfallfreien und des Gesamtlebens erreicht werden konnten.

Neuere Studien belegen, dass bei Menschen, die Träger der Exon-14-Skipping-Mutation des DPD-Gens sind, die Wirkung von 5-fu große Risiken birgt und sogar tödlich verlaufen kann.  Die Universitätsklinik Jena kann diese Genveränderung anhand von Blutuntersuchungen vor Beginn der Chemotherapie feststellen.

Anwendungsgebiete für 5-fu sind im fortgeschrittenen Stadium Magenkarzinome, kolorektrale Karzinome, Pankreaskarzinome oder Mammakarzinome. Die Verabreichung erfolgt intravenös.
Es ist sowohl für eine Erstbehandlung, begleitende Behandlung bei Strahlentherapie als  auch für Folgetherapien geeignet.
Bei einer Überempfindlichkeit gegen Fluorouracil, Knochenmarkdepression, schweren Leberfunktionsstörungen, Blutbildveränderungen, akuten Infektionen und schlechtem Allgemeinzustand darf eine Anwendung nicht erfolgen.
Nebenwirkungen des 5-fu sind im blutbildenden System festzustellen, Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen und in Einzelfällen Leberschädigungen können auftreten, Brustschmerzen im Herzbereich und das „Hand-Fuß-Syndrom“ mit Schwellung, Rötung, Abschuppung der Haut und Nagelveränderungen sind häufige Beeinträchtigungen bei einer Therapie. Durch die Kombination von Fluorouracil mit anderen Krebsmedikamenten können auch zusätzliche Nebenwirkungen auftreten.

Onkologen und behandelnde Ärzte haben langjährige Erfahrungen mit der Behandlung von 5-fu, neue Studien für die Verbesserung von Material und Methoden und Verminderung der Risiken und Nebenwirkungen werden weltweit veröffentlicht und ermöglichen Behandlungen nach dem neuesten Stand der Wissenschaft.