Chemotherapie/Zytostatika – Cisplatin

Cisplatin

Chemotherapie ist die medikamentöse Therapie von Krebserkrankungen, sie kommt einzeln oder in Kombination mit anderen Therapieformen zum Einsatz.

Cisplatin wird zur Chemotherapie bei verschiedenen Formen von Krebs eingesetzt. Es gehört zur Gruppe der Zytostatika. Medikamente dieser Gruppe hemmen das Wachstum und die Teilung von Zellen. Bei Tumorzellen ist die Geschwindigkeit der Zellteilung höher und die Regenerationsfähigkeit geringerer als bei gesunden Zellen, dieser Unterschied macht die Therapie mit Zytostatika erst möglich.

Cisplatin ist die Kurzform von cis-Diamindichloridoplatin und gehört zur Gruppe der Platin-Komplex-Bildner. Die Platinverbindungen bilden Querverbindungen innerhalb eines DNA-Stranges und zerstören so die Struktur der DNA.  Eine defekte DNA kann sich nicht verdoppeln. Da die DNA-Verdopplung Voraussetzung für die Zellteilung ist, wird die Zelle teilungsunfähig. Auch die Fähigkeit der Zelle, die DAN zu reparieren, wird gehemmt.

Platinverbindungen werden bei vielen Krebsformen eingesetzt, etwa bei Tumoren an Kopf und Hals, an Bronchien, Schleimhäuten, Prostata, Hoden, Eierstöcken und Gebärmutter.
Cisplatin wird intravenös verabreicht, zum Beispiel einmalig oder an mehreren Tagen hintereinander im Abstand von drei bis vier Wochen. Häufig wird Cisplatin mit anderen Zytostatika kombiniert.

 Zytostatika wirken auch auf die gesunden Zellen. Aus diesem Grund haben diese Medikamente einige unerwünschte Nebenwirkungen. Bei Cisplatin treten oft Übelkeit und Erbrechen auf, es kann zu Nierenschäden oder Schäden des Nervensystems führen, Hörschäden können hervorgerufen werden. Bei Männern kann Cisplatin die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen. Manche Menschen reagieren allergisch auf Platin und Platinverbindungen.
Übelkeit, Erbrechen und Durchfall lassen sich in der heutigen Krebstherapie mit entsprechenden Medikamenten gut eindämmen; gegen die Belastung der Nieren wird viel Flüssigkeit vor, während und nach der Behandlung zugeführt.