Tiefenhyperthermie

Tiefenhyperthermie Information:

 Tiefenhyperthermie

– ein Begriff, der im Zusammenhang mit der Krebstherapie immer öfter auftaucht, insbesondere seitdem ihre Wirksamkeit im Jahr 2007 auch wissenschaftlich durch eine randomisierte Studie belegt wurde. Doch viele Menschen werden sich fragen: Was ist Hyperthermie? Was kann man sich darunter vorstellen? Wie funktioniert Tiefenhyperthermie?
Tiefenhyperthermie- ein komplexes Thema. Dieser Artikel soll einen kleinen Einblick und Überblick in genau diese oft aufkommende Frage: Was ist Hyperthermie?
Grundlegend geht es auch in der Tiefenhyperthermie darum, die Krebszellen zu zerstören, bzw. anfälliger zu machen, um sie mit einer zusätzlichen adjuvanten Therapie zu zerstören. Auch schon die Stabilisierung des Allgemeinzustands, bzw. gestopptes Fortschreiten der Krebserkrankung können ein Ziel sein.
Das Prinzip basiert auf der Tatsache, dass Zellen bei 42°C absterben. So auch die Krebszellen. Schon ab 40°C werden sie angreifbarer, weswegen die Hyperthermie Therapie in Verbindung mit einer Strahlen- oder meist mit einer Chemotherapie durchgeführt wird, da ihre Wirksamkeit dadurch erhöht wird. Sind die Tumorzellen geschwächt, können diese Therapieformen eher anschlagen und auch die natürlichen Abwehrprozesse des Immunsystems können nun eingreifen und zur Heilung beitragen.

In der Hyperthermie Therapie wird ausschließlich das Tumorgewebe auf bis zu 44°C erwärmt, das gesunde umgebende Gewebe wird nicht in die Therapie einbezogen, deswegen auch „lokale Hyperthermie“. Dazu wird über das zu erhitzende Gewebe ein Ringapplikator gelegt, der einen Wasserbolus und Antennen beinhaltet, die elektromagnetische Wellen im Hochfrequenzbereich abstrahlen und so für die Erwärmung sorgen. Durch die Erwärmung wird die Sauerstoffzufuhr zu den Tumorzellen unterbrochen, die Zellen erleiden bei ausreichender Temperatur einen Zelltod. Zusätzlich bilden sich an der Oberfläche der Tumorzellen sogenannte Hitzeschockproteine, die vom körpereigenen Immunsystem als körperfremd erkannt werden. Das Immunsystem mobilisiert Kräfte, um die körperfremden Zellen zu zerstören.
Die Therapie wird in mehreren Zyklen durchgeführt. Je nach Diagnose und Ansprechen auf die Therapie werden 4-8 Zyklen im Abstand von 3-4 Wochen veranschlagt. Zusätzlich wird in jedem Zyklus am jeweils ersten und vierten Tag eine Chemotherapie durchgeführt, um die Chance auf Heilung, bzw. Ansprechen der Therapie zu erhöhen.
Tiefenhyperthermie wird vor allem bei rezidivierenden oder therapieresistenten Tumoren eingesetzt. Die lokale Hyperthermie behandelt insbesondere oberflächlich liegende Tumoren.
Nebenwirkungen sind kaum bekannt. Es kann in sehr seltenen Fällen zu Gewebedefekten durch Überhitzung kommen, insbesondere wenn das Temperaturempfinden des Patienten niedrig ist.